Pressemitteilungen Südwestfalen IT

21.11.2023

Südwestfalen-IT beschließt Konzept für Wiederanlauf / Priorisierte Verfahren noch vor Weihnachten im Notbetrieb möglich

Die Südwestfalen-IT (SIT) hat heute das Konzept für den Wiederanlauf der Basis-Infrastruktur und der wichtigsten Fachverfahren beschlossen. Auf Basis eines ersten Untersuchungsberichts werden nun erste wesentliche Teile des SIT-Netzes unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wieder hochgefahren.

Dem Verwaltungsrat der SIT wurde heute ein erster Untersuchungsbericht vorgelegt, der bewerten sollte, welche Methode des Wiederanlaufens sicher möglich ist. Nach dem Bericht eines externen Dienstleisters für Cyber Sicherheit konnte die unverzügliche Reaktion der SIT am 30. Oktober den professionellen Angriff erfolgreich stoppen: Durch das sofortige Abschalten nach der Angriffserkennung wurde ein Übergreifen der Schadsoftware auf Bereiche außerhalb des Kernsystems der SIT und damit auch auf die Systeme der Kreise und Kommunen verhindert und das Schadensausmaß effektiv begrenzt. Neben dem Wiederaufbau des Kernsystems werden Systeme, die nicht nachweislich betroffen sind, unter permanenter und lückenloser Überwachung wieder in Betrieb genommen. Die Spezialisten konnten keine Hinweise darauf feststellen, dass Daten abgeflossen sind.

„Unser Ziel ist es, unsere Kommunen und Kreise schnellstmöglich wieder handlungsfähig zu machen, damit sie ihre öffentlichen Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zügig wieder erbringen können“, so Theo Melcher, Verbandsvorsteher der SIT. „Um die wichtigsten Leistungen wieder bereitstellen zu können, wird der betroffene Teil des Rechenzentrums komplett neu aufgebaut.  Darüber hinaus können wir heute einen Zeitplan für die nächsten Schritte vorlegen.“

Der Zeitplan sieht vor, dass erste wesentliche Dienstleistungen ab Mitte Dezember in einem Notbetrieb zur Verfügung gestellt werden. Diese umfassen u.a. das Ausstellen von Ausweisen, Pässen und Führerscheinen, die Anmeldung von Geburten, Todesfällen und Hochzeiten, die Auszahlung von aktuell berechneten Sozialhilfeleistungen und Wohngeld, die KFZ-Zulassung sowie Dienste der Ausländerbehörden.

Die Bürgerinnen und Bürger werden über den genauen Zeitpunkt der im Notbetrieb bereitgestellten Dienste rechtzeitig informiert – und auch darüber, welche Funktionen im Notbetrieb bereitgestellt werden können.

Parallel dazu hat die SIT in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) NRW sowie weiteren Behörden für viele Bereiche Behelfslösungen etabliert, so dass bestimmte Dienstleistungen von den Kreisen und Kommunen wieder erbracht werden können. So ist die Zulassung von KFZ in benachbarten Kreisen möglich. Die Auszahlung von Sozialleistungen ist – auf Basis des Datenstandes von Oktober – ebenfalls gewährleistet. „Wir möchten an dieser Stelle allen Ansprechpartnerinnen und -partnern in den Behörden danken, die mit uns gemeinsam pragmatische Lösungen für diese Ausnahmesituation erarbeitet haben und dies auch weiterhin tun“, so Melcher.

Um den großen Anforderungen eines möglichst raschen Wiederaufbaus gerecht werden zu können, hat die SIT ein Hilfsangebot der regio iT Aachen angenommen. Die regio iT Aachen wird die Arbeit der SIT in den nächsten Monaten mit Personal, Technik und Know-how unterstützen.

Zu aktuellen Entwicklungen und neuen Fortschritten wird die SIT Sie auf dem Laufenden halten.

Pressekontakt:

Marcus Ewald
sit.presse@gmail.com

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16.11.2023

Südwestfalen IT arbeitet am Wiederaufbau der Basis-Infrastruktur

Rund zweieinhalb Wochen nach dem kriminellen Cyberangriff auf die Südwestfalen-IT (SIT) hat das Unternehmen Fachverfahren priorisiert und eine Notfall-Telefonie etabliert.

Im Rahmen des Wiederaufbaus der Basis-Infrastruktur konnte den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe am 10.11. eine eingeschränkte Telefonie an den Haupthäusern unter den Hauptrufnummern ermöglicht werden. Außerdem wurden Prozesse erarbeitet, dank derer die IT-Verantwortlichen der Kommunen in bestimmten Bereichen mit Behelfslösungen arbeiten können. Der aktuelle Stand hierzu ist von Kreis zu Kreis bzw. Kommune unterschiedlich.

Wiederherstellung der Fachverfahren für wichtigste Dienstleistungen läuft

Um die Belange der Kommunen und Kreise bestmöglich zu berücksichtigen, steht die SIT mit deren IT-Verantwortlichen im engen Austausch. Im Rahmen des täglich stattfindenden Erweiterten Krisenstabs wird gemeinsam an pragmatischen Lösungen gearbeitet. In diesem Krisenstab wurden auch die Dienstleistungen und Verwaltungsaufgaben identifiziert, auf die die Kommunen am meisten angewiesen sind. Dies sind u.a.

  • Aufgaben von Standesämtern (z.B. Anmeldung von Geburten, Todesfällen, Eheschließungen),
  • Aufgaben des Einwohnermeldeamts (z.B. Ausstellung von Pässen und Ausweisen),
  • KFZ-Zulassung und Ausstellung von Führerscheinen,
  • Auszahlung von Sozialhilfe-Leistungen und die Möglichkeit zur Antragsstellung von Grundsicherung,
  • das Bearbeiten von Asylanträgen sowie die Ausstellung von Aufenthaltstiteln und Arbeitserlaubnissen,
  • die Haushaltsplanung und Budgetierung der Kommunen und Kreise.

An der Wiederherstellung der Fachverfahren, die für diese Aufgaben nötig sind, arbeitet die SIT nun mit zahlreichen Spezial-Teams – ebenso wie an der Etablierung einer Systemumgebung, innerhalb derer diese Verfahren dann wieder bereitgestellt werden. Sobald hierzu verlässliche Zeitpläne vorliegen, werden diese kommuniziert.

Damit die SIT für die Belange ihrer Kunden besser erreichbar ist, wurden die externen Kommunikationskanäle optimiert. An der Wiederinbetriebnahme der Mailumgebung wird – ebenso wie am Neuaufbau der WLAN-Anbindung der Kommunen – weiterhin mit Hochdruck gearbeitet.

Zu aktuellen Entwicklungen und neuen Fortschritten wird die SIT Sie auf dem Laufenden halten.

Pressekontakt:

Marcus Ewald

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09.11.2023

Südwestfalen IT macht erste Fortschritte

Die Südwestfalen-IT (SIT) hat die erste Phase der forensischen Analysen der betroffenen Systeme abgeschlossen und nutzt die gewonnenen Erkenntnisse, um nun alle Kundensysteme in einem systematischen Prozess zu untersuchen. Hierbei geht die SIT mit größter Sorgfalt vor.

Außerdem wird Südwestfalen-IT bis Ende dieser Woche gemeinsam mit den Mitgliedern des erweiterten Krisenstabs eine Priorisierung der wiederherzustellenden Fachverfahren fertigstellen. Danach kann mit der schrittweisen Wiederherstellung der Systeme begonnen werden.

Bei der Etablierung von Behelfs-Prozessen konnten erste Fortschritte erzielt werden. Die Südwestfalen-IT ist zuversichtlich, dass die ersten Workarounds in der nächsten Woche eingeführt werden können, so dass die Bürgerinnen und Bürger einige öffentliche Dienstleistungen zumindest behelfsweise wieder nutzen können.

Wir halten Sie weiterhin regelmäßig über den Fortschritt auf dem Laufenden.

Pressekontakt:

Marcus Ewald

sit.presse@gmail.com

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06.11.2023

In der Nacht von Sonntag (29.10.2023) auf Montag (30.10.2023) wurde die Südwestfalen-IT (SIT) Opfer eines kriminellen Cyber-Angriffs. Die Angreifer gingen dabei höchst professionell vor. Die SIT hat seitdem folgende Schritte unternommen:

  • Sofortige Abschaltung aller Systeme.
  • In Abstimmung mit dem LKA und der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC-NRW) der Staatsanwaltschaft Köln wurde eine Informationssperre verhängt, um den Kriminellen keine Anhaltspunkte zu möglichen weiteren Verwundbarkeiten zu liefern.
  • Am 30.10. wurde sofort ein Krisenstab gebildet, dem auch externe IT-Forensiker angehören. Zudem steht die SIT im Rahmen eines erweiterten Krisenstabs seit 31.10.2023 täglich im intensiven Austausch mit den IT-Verantwortlichen aller Kreisverwaltungen des Verbandsgebiets sowie jeweils den größten Kommunen dieser Kreise. Der erweiterte Krisenstab fungiert als Informationsmultiplikator und Ansprechpartner für die Mitgliedskommunen.
  • Am 30.10.2023 hat die SIT spezialisierte IT-Forensiker damit beauftragt, mit speziellen Analysewerkzeugen den Hergang des Angriffs aufzuarbeiten. Außerdem werden alle Produktivsysteme einzeln überprüft. Das Ziel ist, schnellst möglich für einzelne Systeme eine Infektion auszuschließen. Außerdem wurden neue Sicherheitsrichtlinien erarbeitet. Sobald die neuen, verschärften Sicherheitsstandards umgesetzt sind, kann mit der Wiederinbetriebnahme der nicht betroffenen Systeme begonnen werden. Im Interesse aller geht hierbei Sicherheit vor Geschwindigkeit.

Primär betroffen sind die 72 Mitgliedskommunen aus dem Verbandsgebiet in Südwestfalen, darunter die Landkreise Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest sowie mehrere Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis und die Stadt Schwerte. Darüber hinaus sind weitere Kunden außerhalb des Verbandsgebietes betroffen, die einzelne Fachverfahren nutzen. Grundsätzlich gilt:

  • Feuer- und Rettungsdienste sind erreichbar. Notrufnummern funktionieren und das Ordnungsamt geht seinen Pflichten nach.
  • Je nach Kommune sind Terminvergaben sowie die Bearbeitung anfallender Aufgaben in Ämtern wie Bürgerbüro, Standesamt oder Führerscheinstelle nur eingeschränkt verfügbar.
  • Die Kommunen sind aktuell nicht bzw. nur eingeschränkt per E-Mail und Telefon zu erreichen.

Nachdem absehbar wurde, dass für viele dieser Kommunen eine Reihe wichtiger Fachverfahren für längere Zeit ausfällt, hat die SIT am 01.11.2023 einen zentralen Behelfe-Koordinator eingesetzt. Er arbeitet mit Hochdruck daran, gemeinsam mit den betroffenen Kommunen Behelfs-Lösungen zu etablieren.

Jörg Kowalke, stellvertretender Geschäftsführer der SIT: „Die Bürgerinnen und Bürger in Südwestfalen sind auf öffentliche Dienstleistungen angewiesen. Obwohl viele Systeme nicht betroffen sind, hat die erforderliche Notabschaltung zu zahlreichen Einschränkungen geführt. Dessen sind wir uns bewusst, und deshalb liegt unser absoluter Fokus darauf, mit einer schnellen Wiederherstellung und geeigneten Behelfs-Lösungen ein möglichst hohes Niveau an Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten. Wir werden den Fall professionell und gründlich aufarbeiten und die Erkenntnisse mit Behörden und den Kommunen teilen. Mein Dank gilt ausdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Landkreisen, Städten und Gemeinden und bei der SIT, die seit einer Woche mit hohem persönlichem Einsatz gemeinsam an der Bewältigung dieser Krise arbeiten.“

Die SIT wird über mögliche neue Erkenntnisse informieren.


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